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1-5/2022: Wie reagieren Sie auf Gefahr?

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Hallo liebe Website-Besucher:innen! 

Wie reagieren Sie auf Gefahr? Zum Beispiel auf eine Pandemiesituation? 
Aus einem traumatherapeutischen Blickwinkel passiert folgendes: Alle Tiere, insbesondere Säugetiere🐒(zu denen wir übrigens auch gehören) reagieren auf eine ungewöhnliche Situation zunächst einmal mit einer OrientierungsreaktionSind wir nicht ganz sicher, was passiert, dann hören wir auf, uns zu bewegen und orientieren uns auf den ungewohnten Reiz hin: Kurz hinhören, hinschauen, und  einschätzen, ob die Lage bedrohlich ist. Ist sie es nicht, gehen wir unserer bisherigen Beschäftigung weiter nach (wir sind ja Gewohnheits-Tiere). Und nun kommen die fs ins Spiel. Diese sind die immer gleichen Anfangsbuchstaben der Reaktionen auf eine bedrohliche Reaktion mit Anfangsbuchstaben englischer Wörter: freeze, flight, fight, und find friends. (Es gibt auch noch faint und fawn response, aber das würde den Rahmen hier sprengen).

Freeze ist das erste „f„. Wir hören auf, uns zu bewegen, können dadurch die Reize der Umgebung besser wahrnehmen und stellen gleichzeitig sicher, dass wir im Zweifelsfall nicht gesehen werden. Ist die Situation gefährlich oder gar lebensgefährlich, springt nun unsere innere Alarmanlage, die in Mittel- und Stammhirn kodiert wird, an: Alles was wir jetzt wollen, ist Schutz und Überleben. Um dies zu erreichen, übernehmen Mittel- und Stammhirn die Regie und aktivieren evolutionär sehr alte und sehr bewährte Überlebensstrategien: Flucht (flight), Kampf (fight) und Verbündete finden (find friends). Im optimalen Fall können wir uns durch eine oder alle Strategien retten und alles ist wieder gut. 

Die beiden wichtigsten Gefühle, die mit unserer Reaktion auf bedrohliche Situationen einhergehen, sind Angst und Ärger. Wenn eine Situation uns verunsichert, kommt erst einmal Angst auf, und dann … allmählich … kommt immer mehr Ärger auf. Dies sind Gefühle, die völlig nachvollziehbar sind, auf inneren Stress hinweisen und unser Überleben sichern! Angst löst nämlich Rückzug, Vermeidung, Vorsicht und Ertragen aus, und das ist nicht selten lebensrettend. Ärger ist hingegen verbunden mit Aktion, Verteidigung, aktivem Schützen, Abgrenzen. Beide Gefühle mit den genannten Verhaltensstrategien können wir in einer Pandemie gut gebrauchen, da sie uns zu Überlebensstrategien verhelfen, die uns (ein Gefühl von) Kontrolle über das Geschehen ermöglichen. Wer geht überwiegend in die Angst, wer in den Ärger? Das hängt nach meiner Erfahrung damit zusammen, was wir bisher erlebt haben, wie man mit uns umgegangen ist, und zwar von klein auf.
Es gibt leider Schattenseiten dieser Gefühle und Überlebensstrategien: Angst kann zu massivem Rückzug und Einsamkeit führen, Ärger zu einem Aktionismus, Polarisieren, Missionieren und Ausgrenzen anderer, die als Sündenbock identifiziert werden. Wie kann das entstehen? Wir verteidigen in einer bedrohlichen Situation nicht nur Leib und Leben, sondern immer auch unsere Grundüberzeugungen. Dies sind früh geprägte und zur Identitätsentwicklung beitragende Überzeugungen, wie wir leben wollen, an was wir glauben, wo unser Platz ist, was wir zu einem guten Leben brauchen und was wir ablehnen (zum Beispiel Ablehnung staatlicher Eingriffe). Und genau deshalb kann eine große äußere Gefahr wie eine Pandemie die Gesellschaft spalten, weil regelrecht Glaubenskriege entstehen. Und besonnene ruhige Stimmen zu wenig gehört werden. Übrigens suchen sich beide Gruppen gleichermaßen Freunde und Verbündete (find friends…). Womit sich wieder zeigt, wie gleich wir alle ticken … 

Ich möchte mich und andere (Solidaritätsgedanke) schützen, dabei hilft nach „bestem Wissen und Gewissen“, dem derzeitigen wissenschaftlich basierten Stand der Dinge, die Impfung, und ich möchte nicht in einen (Glaubens-) Krieg hineingezogen werden. Ich wünsche mir, dass das auch und gerade in Pandemiezeiten möglich ist. Mir hilft eine respektvolle Haltung, gegenüber jedem Menschen und dem, was ihm bisher widerfahren ist.

In diesem Sinne herzlich willkommen auf meiner Website. 

 

Mein Name ist Dr. Sabine Ott,

Ich arbeite als Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin und bin über die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (Raum Mainz-Bingen) niedergelassen. Meine Praxis befindet sich in Zornheim, einer Weinbaugemeinde in Rheinhessen, die 15 km südwestlich von Mainz liegt. Ich wohne und arbeite hier sehr gerne.

Meine fachlichen Schwerpunkte sind die Psychosomatik und Traumatherapie. Als psychotherapeutische Methoden nutze ich neben der Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie auch die Körperpsychotherapie.
Mit körperpsychotherapeutischen Methoden kann ich das Zusammensein mit psychosomatisch Erkrankten und insbesondere mit traumatisierten Menschen um einen wesentlichen Blickwinkel vertiefen und erweitern. 

Je mehr ich mich mit Traumafolgestörungen beschäftigt habe, umso wichtiger erachte ich es, die Beziehungsstörung von traumatisierten Menschen zu würdigen. Daraus leitet sich unmittelbar ab, dass ich mit meinen Patienten nicht „arbeite“, sondern dass in der therapeutischen Beziehung und im Zusammen-Sein neue gute Erfahrungen möglich werden, die zu positiven Veränderungen führen. 

Es handelt sich längst nicht nur um therapeutische „Sitzungen“. Denn manchmal stehen wir auf, bewegen uns im Raum oder achten einfach auf unsere Körperhaltung und worauf diese hinweist. Ergänzend zum „Sitzen und Reden“ wird die therapeutische Begegnung so zu einer Erfahrung, in der mehr möglich wird, mehr Selbsterkenntnis und körperliche (nonverbale) Selbsterfahrung und damit ein unmittelbarer Weg zu uns selbst.

If you can't go outside, go inside.

Dr. med. Sabine Ott
Fachärztin für 
Psychotherapeutische Medizin

Nieder-Olmer-Str. 12
55270 Zornheim

06136 – 75 46 84 

Copyright © 2022   Dr.  med.  Sabine Ott 

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